Berufsbild Informatik
Ob Kassensysteme im
Supermarkt, Navigationsgeräte in Autos, MP3-Player, Handys oder
Videoplattformen im Internet. Alle diese Produkte basieren auf Software und Informationstechnologien
(IT), die von Informatikern miterstellt und entwickelt werden. Als „fertiger“
Informatiker stehen dir für deine berufliche Karriere sehr vielfältige Arbeitsgebiete
offen. Hier findest du einige Beispiele, wie unsere Absolventen heute beruflich tätig sind.
Laut des Branchenbarometers
2/2008 des BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und
neue Medien e. V.) herrscht in der Hightech-Branche immer noch ein Mangel
an qualifizierten Arbeitskräften. Darüber hinaus ist „die Nachfrage nach
Informations- und Kommunikationstechnologie […] weiterhin hoch“, so
BITKOM-Präsident Prof. August Wilhelm Scheer. Das bedeutet: Informatiker sind überall gesucht und
haben in einer nach wie vor wachsenden Branche beste Einstiegschancen auf dem
Arbeitsmarkt!
Auch wenn du vielleicht noch
gar nicht genau weißt, in welchem Bereich du in einen Beruf einsteigen willst, möchten
wir dir an dieser Stelle schon einen beispielhaften Ausblick auf mögliche
Berufsfelder geben. Dies soll dir helfen, eine Vorstellung zu bekommen, was Informatiker
im Beruf machen und was dich nach deinem Studium erwarten könnte. Weitere Informationen findest du z.B. auch auf den Webseiten der Gesellschaft für Informatik e.V.
Hinweis: Um die eigenen Vorstellungen und
Erwartungen an Studieninhalte, Anforderungen und Berufsmöglichkeiten im Bereich
Informatik zu prüfen, steht auf den Seiten der Zentralen Studienberatung (ZSB)
ein Erwartungscheck (Informatik Bachelor) zur Verfügung.
Informatiker im Beruf
…entwickeln Software
Ein großer
Anteil der berufstätigen Informatiker ist an der Entwicklung von Software
beteiligt. Durch Software können beispielsweise Prozesse optimiert und große
Datenmengen in kürzester Zeit verarbeitet werden. Oft müssen Softwareentwickler
für den Kunden eine maßgeschneiderte Softwarelösung erstellen. Die Palette
reicht hier von betriebswirtschaftlicher über medizinische Software bis hin zu
Simulationsanwendungen. Software dient aber auch kreativen Bereichen wie der
Entwicklung digitaler Spiele, multimedialer Anwendungen oder dem Webdesign.
…entwickeln Softwarekomponenten für Hardware
An die Stelle von mechanischen Lösungen tritt immer öfter eine Softwarekomponente,
die die Steuerung technischer Systeme übernimmt. Solche Softwarekomponenten
stellen den elementaren Bestandteil vieler moderner technischer Systeme. So
auch im Bereich der so genannten eingebetteten Systeme. Diese werden für einen
vordefinierten Aufgabenbereich (z. B. für die Medizintechnik, die
Unterhaltungselektronik oder die Automobiltechnik) entwickelt. In der
Automobilbranche arbeiten Informatiker beispielsweise an Navigationssystemen,
Hilfssystemen wie dem Antiblockiersystem (ABS) oder auch an Kommunikations- und
Testsoftware für die Fahrzeugdiagnose.
…sind als Administratoren und Systemtechniker tätig
In fast allen Unternehmen finden sich
mehr oder weniger große vernetzte Computersysteme, die den
Informationsaustausch der Mitarbeiter untereinander und das gemeinsame Arbeiten
erleichtern. Solche Netze müssen rund um die Uhr funktionieren; sie müssen
aufgebaut, betrieben, erweitert und überwacht werden. Diese Aufgaben übernehmen
Informatiker, indem sie beispielsweise Computersysteme und Software installieren,
Geräte und Netzwerke konfigurieren und den laufenden Betrieb sicherstellen.
…gestalten neue Medien
Informatiker
sind in großem Umfang an der Gestaltung und der Übermittlung neuer Medien
beteiligt. Berufsangebote sind beispielsweise in der Webentwicklung, dem
Multimediadesign oder dem Verwalten und Bereitstellen von digitalen
Medieninhalten zu finden. Für die grafischen Einblendungen und Spezialeffekte im
Fernsehen und Film sind ebenfalls Informatiker und Computergrafiker zuständig. In
Zeiten, in denen Musikdownloads, Online-Spiele, virtuelle Welten oder auch
Internetfernsehen immer beliebter werden, sind Fachkräfte aus der Informatik
mit vertieften Medienkenntnissen insbesondere bei Mobilfunkanbietern,
Fernsehanstalten und Telekommunikations- oder IT-Dienstleistern sehr gefragt.
…kümmern sich um IT-Sicherheit
Durch die zunehmende Vernetzung wird der Schutz vor Viren und Würmern ein immer
größer werdendes Arbeitsfeld für Informatiker. Beratung und Unterstützung
werden in dieser Hinsicht besonders in kleineren bis mittelgroßen Unternehmen
benötigt. IT‑Sicherheitsexperten müssen in der Lage sein benutzerfreundliche
Systeme zu schaffen, die der Kunde leicht bedienen und verstehen kann. Auch
Themen wie das digitale Rechtemanagement zum Schutz der Urheberrechte an
digitalen Medien sowie die automatisierte Erkennung von Menschen (Biometrie) – beispielsweise
anhand von Fingerabdrücken – werden in Zukunft im Rahmen von IT-Sicherheit noch
wichtiger werden.
…beraten und schulen
Neben
der Gestaltung und Erstellung von Softwarelösungen sind Informatiker
insbesondere in der Beratung und dem Support für IT-Lösungen gefragt. In der
heutigen Geschäftswelt hängt vieles von einer funktionierenden IT-Struktur ab.
Sie muss beispielsweise Entwicklungs- und Betriebsprozesse unterstützen oder
die interne und externe Kommunikation ermöglichen. IT-Berater arbeiten daher
oft direkt beim Kunden und unterstützen ihn bei der Erstellung der richtigen
IT-Struktur für seine Bedürfnisse. Nach der erfolgreichen Beratung und der
Lieferung einer zugeschnittenen IT-Lösung gilt es, das Personal des Kunden in
der Benutzung der IT-Lösung zu schulen. Neben der Schulung gehören auch der
Support bei Systemausfällen, die Wartung sowie die Weiterentwicklung der
IT-Lösung zu den wichtigsten Aufgabenfeldern in diesem Bereich.
…arbeiten im Vertrieb
Informatiker
werden auch als Fachleute für den direkten Vertrieb, also den Verkauf von
IT-Lösungen (Software wie Hardware), eingesetzt. Um ein Produkt verkaufen zu
können, ist es notwendig es genau zu kennen. In dafür notwendigen Produktschulungen
haben Informatiker meistens keine Probleme die Sachverhalte zu verstehen, da
sie über das notwendige Grundwissen bereits durch ihr Studium verfügen. Von
daher sind Informatiker mit zusätzlich ausgeprägtem Kommunikationstalent im IT-Lösungs-Vertrieb
besonders gesucht.
…forschen
Neben der Möglichkeit der Karriere an
einer Hochschule sind Informatiker auch in der freien Wirtschaft in vielen
Branchen forschend tätig und schauen sich nach neuen Möglichkeiten und
Verbesserungen um. Beispielsweise arbeiten Informatiker in der Luft- und
Raumfahrt in der Entwicklung und Forschung im Bereich von Simulationssoftware
und computergesteuerter Flugunterstützung.
…sind an den Zukunftsmärkten beteiligt
Die Informatik wird in den Märkten der Zukunft einen noch höheren Stellenwert
einnehmen. Die bereits genannten eingebetteten Systeme stellen einen solchen
Zukunftsmarkt dar. Auch die Verbreitung multimedialer Angebote (beispielsweise
von Online-Fernsehen) über das Internet und auf mobile Datenträger gehört zu
den wachsenden Märkten der IT-Branche. Durch die weiterhin steigende Aufrüstung
mit IT‑Systemen in allen Bereichen wird auch der Dienstleistungsbereich für
IT-Services weiterhin anwachsen. Das schließt den Bereich der IT-Sicherheit, insbesondere
der Biometrieverfahren und des digitalen Rechtemanagements, mit ein. In allen
genannten Bereichen sind Informatiker hochgradig an der Weiterentwicklung und
Verbreitung von neuen Technologien beteiligt.
…arbeiten in vielfältigen Branchen
Außer
in der klassischen Branche der Softwarehäuser sind Informatiker in vielen
weiteren Branchen als Fachkräfte gefragt. Zu den wichtigsten zählen:
Unternehmensberatungen und -dienstleistungen, Handel, Kreditinstitute,
Versicherungen, Datenverarbeitungsdienste, Architektur- und Ingenieurbüros,
Automobil- und Motorindustrie sowie Öffentliche Verwaltung und Sozialwesen.
…sind flexible und kommunikative „Teamworker“
Das Klischee des Informatikers als einsamer
Programmierer in einem stillen Kämmerlein bestätigt sich in der Berufswelt
nicht. In der Softwarebranche arbeiten Informatiker beispielsweise oft in
großen, zuweilen über mehrere Orte verteilten Entwicklungsteams und stehen in
enger Absprache mit dem Kunden. So stellen Flexibilität, Kommunikations- und
Teamfähigkeit wichtige persönliche Eigenschaften (so genannte „Soft Skills“) in
diesem Arbeitsfeld dar. Auf welche weiteren „Soft Skills“ die IT‑Arbeitgeber noch
hohen Wert legen, kannst du in der folgenden Grafik sehen (Leseweise: in 26%
der Stellenanzeigen wurde Teamfähigkeit von den Bewerbern gefordert):
